Kloster Heiligkreuztal

Nahe der oberschwäbischen Stadt Riedlingen/Donau findet sich eine selten gut erhaltene mittelalterliche Klosteranlage, die auf das frühe 13. Jahrhundert zurückgeht - das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Heiligkreuztal.

Im Jahre 1972 hat die Stefanus-Gemeinschaft das seit der Säkularisation aufgelassene und ziemlich im Stich gelassene Kloster mit erstaunlichem Mut erworben und unter vielen Mühen die Renovierung angepackt. Die wertvollen Zeugnisse christlicher Kunst und Frömmigkeit, die sich im Klosterbereich finden, konnten so den Menschen von heute wieder zugänglich gemacht werden. Und tatsächlich überrascht Heiligkreuztal wieder neu, geprägt von den Strömungen der verflossenen Jahrhunderte, durch die Kraft seiner Ausstrahlung.

Die Bildungsstätte Kloster Heiligkreuztal spricht auch nach der Renovierung ihre Besucher mit zisterziensischer Einfachheit und Schlichtheit an. Die Außenanlagen bieten Besuchern, Gästen und Veranstaltungsteilnehmern Ruhe und Erholung. Innerhalb einer weitgezogenen Klausurmauer finden sich Spazierwege, Bänke, Weiher und Bäche, Winkel und Nischen, Kapellen, Türme und Tore.

Bei der Teilnahme an einem der Kurse aus dem vorliegenden reichhaltigen Veranstaltungsangebot erfahren die Gäste des Hauses nicht nur Weiterbildung, sondern sie erleben zusätzlich die einzigartige Atmosphäre und Ausstrahlungskraft dieser Klosteranlage.

Messzeiten

Hier finden Sie die Uhrzeiten der Messen im Kloster Heiligkreuztal...

Luftaufnahme Kloster Heiligkreuztal
Luftaufnahme Kloster Heiligkreuztal

Übersichtsplan Kloster Heiligkreuztal

  • (01) Münster »St. Anna«

    Münster St. Anna

    Das Münster ist ohne Zweifel der Mittelpunkt der Klosteranlage. Auffallendster architektonischer Schmuck ist ein großes, ostseitiges Maßwerkfenster (unser Bild). 1533 ließ Veronika von Rietheim das Mittelschiff einwölben und die Gadenfenster mit Maßwerk versehen. Das Chorfenster zählt zu den ältesten figürlichen Glasgemälden des Zisterzienserordens überhaupt. Welchen Eindruck dieses Glasgemälde auf die zu Chorgebet und Konventamt versammelten Nonnen machte, können wir erahnen, wenn die Morgensonne die einzelnen Felder zum Leuchten bringt ...

    Die "Johannesminne" (Christus-Johannes-Gruppe), die in einer Spitzbogennische der Chorstirnwand steht, gehört zu den kostbarsten kunsthistorischen Schätzen Heiligkreuztals. Das aus einem Nußbaumblock geschnitzte, rückseitig ausgehöhlte Meisterwerk trägt noch heute seine ursprüngliche Fassung: blau auf silber das Gewand Jesu, sein Mantel golden, Johannes in einem grünen Kleid und einem goldbortenbesetzten Purpurumhang. Beide sitzen eng nebeneinander auf einer Bank. Die Hände ruhen ineinander. Selbst die Falten ihrer Gewänder verlaufen in gleichem Rhythmus und Schwung ...

  • (02) Bruderkirche und Nonnenempore

    Bruderkirche und Frauenempore

    Als erster Kirchenbau von Heiligkreuztal gilt die obere Frauenempore mit der "unteren" oder "Bruder"-Kirche für die Laien.

    Museum in der Bruderkirche

    Unter dem Thema „Glaubenszeugnisse frommer Frauen – Religiöse Kunst im Kloster Heiligkreuztal“ sind in der spätromanischen Bruderkirche sakrale Kunstwerke wie Gemälde, Skulpturen, Gold- und Silbergefäße, liturgische Gewänder und ein Paramentenschrank von 1608 zu sehen.
    Die gezeigten Exponate, überwiegend Zeugnisse der Volksfrömmigkeit des 17. und 18. Jahrhunderts, gehörten zur Ausstattung der ehemaligen Klosterkirche. Die Werke stammen überwiegend von lokalen und oberschwäbischen Künstlern.

    Bemerkenswert sind auch die zahlreichen Klosterarbeiten, die von den Nonnen eigenhändig aus unterschiedlichsten Materialien als Fassungen für kleinere Reliquien und Skelette von römischen Katakombenheiligen angefertigt wurden.

    Frauenempore mit Chorgestühl

    Die Frauenempore des Münsters von Heiligkreuztal wird geprägt von einem umlaufenden Chorgestühl von Martin Zey, "Schreiner zu Riedlingen 1533" - ein geschlossenes Zisterziensergestühl, 44 Sitze mit Trennwänden und Handknäufen, die als Männer- und Tierköpfe in der Symbolik der mittelalterlichen Moraltheologie gestaltet sind.

    Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Empore evangelischer Gottesdienstraum; der Altar steht vor dem früheren Äbtissinnenzugang.

  • (03) Klausurgebäude mit Kreuzgang

    Klausurgebäude mit Kreuzgang

    Neben der Abteikirche beeindruckt in Heiligkreuztal vor allem die südwärts angebaute, fast unversehrt erhaltene zisterziensische Konventanlage. Nur ihr Nordflügel, durch den das Klosterinnere betreten werden kann, hat sein ursprüngliches Gepräge verloren.

    Der Kreuzgang verdient ein erstes Augenmerk. Sein Bild wird von den Netzgewölben mit ihren ausgekehlten Stuckrippen, vielgestaltigen Schlußsteinen, und mannigfaltigen Deckenmalereien sowie beachtenswerten Wandfresken bestimmt.

    Das Refektorium im Südflügel wurde im 16. und 17. Jahrhundert nur während der Sommermonate als Speisesaal benutzt. Der Uracher Werkmeister Joseph Schmid stattete ihn um 1545 mit sechs hohen Rundpfeilern und einem Sterngewölbe aus. Heute speisen hier die Tagungsgäste des Klosters Heiligkreuztal.

    Im Obergeschoß des Klausurgebäudes liegen seit den vierziger Jahren des 16. Jahrhunderts die Nonnenzellen. Heute dienen die mit Heiligennamen beschrifteten und mit einfachen Möbeln ausgestatteten Räume den Tagungsteilnehmern als Gästezimmer.


  • (04) Engelgarten

    Engel- oder Kreuzgarten

    In alten Aufzeichnungen heißt es, dass die Heiligkreuztaler Äbtissin Veronika von Rietheim im Engelgarten einen schönen Springbrunnen bauen und als Brunnenfigur eine Marienstatue anfertigen ließ. Die stattliche Sandsteinplastik wurde 1548 von Meister Joseph Schmid aus Urach geschaffen und im quadratischen Kreuzgarten als Brunnenfigur auf eine drei Meter hohe Säule gestellt. Die Figur kam 1804 nach der Säkularisation in den Hof des Schlosses der Freiherrn von Horn­stein in Grüningen, wo sie einen Brunnen zierte.

    Der Förderverein Kloster Heiligkreuztal erwarb die Figur im Jahr 1991, um sie an ih­ren Ursprungsort zurückzuführen – sie steht heute in der Helenakapelle. Wegen der Witterungseinflüsse ließ der Förderverein zusätzlich eine Kopie anfertigen, welche seit 2006 an Stelle des Originals den Engelgarten ziert.

    Im Engelgarten gab es auch ein Brunnenhaus, dessen Dachansatz noch sichtbar ist.

  • (05) Nonnenfriedhof

    Nonnenfriedhof – Klosterkirchhof

    In den Jahren 1242 und 1248 fand die Weihe des Klosterkirchhofs statt. Schon 1312 gab es eine Stiftung für ein ewiges Licht auf dem Friedhof. Die 14 Äbtissinnen der Neuzeit ab 1551 sollen – nach einer unsicheren Überlieferung – an der Süd-Außen­wand des Münsters bestattet worden sein.

    Der Kirchhof war zweigeteilt. Der Nonnenfriedhof lag an der Ostseite des Klausurgebäudes und des Münsters, weiter südlich der Laienfriedhof für die im Kloster Be­schäftigten („familiares“) mit seiner alten Linde und dem großen Brunnen. Die übri­gen Bewohner von Heiligkreuztal wurden auf dem Friedhof in Andelfingen, der lange Jahrhunderte zu­ständigen Pfarrei, beerdigt. Zwischen Nonnen- und Laienfriedhof lag früher, an das Ostrefektorium angebaut, die Kirchhofkapelle.

    Nach der Zisterzienserregel diente der Friedhof zugleich als Obstgarten. Die Doppelnutzung ist nicht nur aus Raummangel zu erklären, sondern aus dem Symbolverständnis. Obstbäume mit ihrem Lebensrhythmus von Winterruhe, Frühling und Frucht galten als Sinnbild der Auferstehung.

    Da der alte Klosterfriedhof inzwischen zu klein war, wurde 1833 ein neuer Friedhof außerhalb des Ortes bei der Anna-Kapelle angelegt und an die Gemeinde überge­ben, die auch den alten Friedhof abräumen musste. Deshalb sind auf dem Kloster­friedhof heute keine alten Grabkreuze mehr vorhanden.

    Seit der Übertragung und Beisetzung der sterblichen Überreste des Gründers der Stefanus-Gemeinschaft Alfred Lange im Jahr 1997 wurde der Friedhof wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt. Heute finden dort Stefanusfreunde, Gönner und Förderer der Gemeinschaft und der Bildungsstätte ihre letzte Ruhe.

  • (06) Äbtissinnengebäude

    Äbtissinengebäude. Konvent oder Eselsbau

    1542/43 entstand das „neue Haus“, der im Nordwesten angefügte Konvent oder „Eselsbau“ (nach dem Rietheimschen Wappentier) als Äbtissinnengebäude. Im 17. und 18. Jahrhundert erhielt es sein barockes Gepräge, das bis heute erhalten ist. Die vorgebaute Abtei mit Turm wurde 1833 abgebrochen; sie soll sehr schön gewesen sein. 

    Das Gästerefektorium der Äbtissin im Erdgeschoss ist ein Prachtraum mit Renais­sance-Fensterarkaden aus profilierten, ornamentgeschmückten Sandsteinsäulen und einer spätbarocken Stuckdecke. Das Wappen über der Tür erinnert an die Bauherrin von 1751: Josepha von Holzapfel. Ähnlich ausgestattet ist der darüber liegende, schon 1684 barockisierte Festsaal. Auch ihm geben fünf Steinsäulen, die Pflanzen­ornamente tragen, eine Stuckdecke mit Muscheln, Vasen, Ranken, Kronen und Dra­chenköpfen sowie Wappen des Zisterzienserordens und der Äbtissin Josepha von Holzapfel ihr Gepräge.

    Seit 1839 befand sich im dritten Stock die Schule der Gemeinde, die Lehrerwohnung im zweiten Stock und im ersten Stock das Rathaus. 1848 wurde das Gebäude um­gebaut und 1849 von der Gemeinde Heiligkreuztal erworben. Nachdem die Ge­meinde seit 1965 ein neues Schulhaus und seit 1971 auch ein Rathaus hatte, ver­kaufte sie 1972 das Gebäude.

    1983 erhielt das Äbtissinnengebäude bei der Renovierung durch die Stefanus-Ge­meinschaft wieder den, im 19. Jahrhundert abgebrochenen, 23,5 m hohen Staffelgie­bel und damit sein früheres Aussehen.

    Dieses Gebäude im Nordwesten der Vierflügelanlage besitzt seit 1983 wieder sein früheres Aussehen. 1543 winkelförmig angelegt und mit einer ziegelüberdachten Außentreppe sowie einem 23,5 Meter hohen Staffelgibel versehen, sind seine beiden kostspielig erneuerten unteren historischen Säle besuchenswert. Der Speisesaal im Erdgeschoß - heute Galerie der OEW - ist ein Prachtraum mit Renaissance-Fensterarkaden aus profilierten, ornamentgeschmückten Sandsteinsäulen und einer spätbarocken Stuckdecke. Ähnlich ausgestaltet ist der darüberliegende, schon 1684 barockisierte Festsaal.

    Die Räume in den oberen Stockwerken des Äbtissinengebäudes dienen heute als Tagungssäle für die Seminare im Kloster Heiligkreuztal.

  • (07) Apotheke

    Apotheke und Siechenhaus

    Vorgänger des heutigen Apothekenbaues war im 14. Jahrhundert (1308 und 1345 genannt) ein Siechen- oder Pesthaus mit Siechenküche am Mühlbach. Im Dreißigjäh­rigen Krieg wird die alte Apotheke zu klein gewesen sein, so dass die Äbtissin die heutige Apotheke bauen ließ. 1686 wurde unter Äbtissin Ludgardis Bosch (1661 – 1690) der Apotheken- und Krankenhausbau mit kreuzgewölbtem Erdgeschoss er­richtet und erhielt einen Verbindungsgang zur Klausur. Das Gebäude wurde 1725 erweitert. 1728 wird ausdrücklich das „Krankenhaus“ erwähnt. Die Krankenstuben befanden sich im oberen Stockwerk des Gebäudes.

    Die Apotheke wurde auch von der umliegenden Bevölkerung genutzt, überdauerte die Aufhebung des Klosters 1804 und wurde bis 1843 von der letzten Apothekerin Schwester Xaveria Spöhr betreut, die in ihre Heimat Tirol zurückkehrte. Der Staat verkaufte dann die Apotheke, die zunächst von einem Apotheker weiterbetrieben wurde. 1851 wurde die Apotheke nach Uttenweiler verlegt.

    Der Garten bei der Apotheke diente dem Kräuteranbau. Bei der Apotheke gab es einen eigenen Brunnen, denn wegen der Pest waren eine Isolation der Kranken und damit auch eine eigene Wasserversorgung erforderlich. Im Brunnen wurden alte Sal­bentöpfchen aus Ton gefunden.

    Seit 1977 ist im ehemaligen Apothekengebäude die Verwaltung der Bildungsstätte untergebracht. Im Jahr 1997 siedelte auch das Sekretariat der Stefanus-Gemein­schaft aus dem Beichtigerhaus in die Apotheke um.

  • (08) Kräutergarten

    Kräutergarten

    Neben dem Apothekengebäude befindet sich ein kleiner Kräutergarten.

    In Zeiten, als die Apotheke noch von den Zisterzienserinnen geführt wurde, gab es rund um das Gebäude viele Heilpflanzen, die zu Tees, Tinkturen, Salben, Umschlägen und Tropfen verarbeitet wurden.

    Heute finden Sie in dem Gärtchen eine bunte Vielfalt an Heilkräutern, einheimischen und südländischen Küchen- und Würzkräutern, Duftkräutern, Färbekräutern und Wildkräutern. Ein kleines Paradies für Bienen, Hummeln, alle Arten von Insekten und Vögeln und ein Ort zum Düfte- und Farben-Tanken für die Gäste des Bildungshauses.

  • (09) Kerzenkapelle

    Kerzenkapelle

    Im ehemaligen Konventgarten steht eine einfache Backsteinkapelle, die mit spitzem Giebel in die Höhe weist. Architekt Johannes Manderscheid, der für den Wiederaufbau der Klosteranlage nach dem Erwerb durch die Stefanus-Gemeinschaft zeichnet, hat sie als ruhige und besinnliche Gedenk- und Gebetsstätte aufgerichtet.

    Immer wieder suchen hier Tagungsgäste diese, etwas abseits des Trubels gelegene, Gebetsstätte auf, zünden eine Kerze an und verweilen einige Minuten in der Stille.

    Laut alten Unterlagen befand sich zu "Klosterszeiten" ganz in der Nähe eine Kerzenzieherei der Zisterzienserinnen, die aber schon lange wieder abgebrochen wurde.

  • (10) Beichtigerhaus

    Pfarrhaus, Beichtigerhaus

    Das Beichtigerhaus war Wohnung von Beichtvater und Kaplan des Klosters, die beide vom Kloster Salem gestellt wurden. Das Haus geht in seinem einstöckigen Ur­sprung auf die Gründungszeit des Klosters zurück. Im Jahr 1403 (dendrochronolo­gisch festgestellt) wurde das Obergeschoss aufgesetzt. Damit handelt es sich um das älteste genau datierte Gebäude im Kloster. Alle Kellerräume mit 0,60 m dicken Wänden sind durch romanische Rundbogentüren begehbar und haben acht kleine, vergitterte romanische Lichtluken – genau wie die ältesten Abteimauern im Ostflügel.

    Aus der Zeit nach 1403 sind noch Reste der südöstlichen Stube erhalten geblieben, darunter Farbreste, die denen an den Wänden des Münsters gleichen, dazu profilierte Türpfosten und einige Wandbohlen. Die Fachwerkaußen- und Innenwände waren in Lehmflechtwerk ausgeführt, mit Ausnahme der „Stube“. Die heutige Grundriss­gliederung im Untergeschoss bezieht sich noch auf das ursprüngliche Achsen-Raster des mittelalterlichen Kernbaus mit einem dreizonigen und zweischiffigen Grundriss. Die mittlere Zone bildet die Erschließung.

    Größere Baumaßnahmen fanden im 16. Jahrhundert statt. Das heutige Aussehen des Gebäudes mit Satteldach stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert: Geschnitzte Treppe mit Bandelwerk und Akanthus, Stuckdecken mit Akanthuswerk.

    Nach Errichtung einer eigenen Pfarrei für Heiligkreuztal im Jahr 1843 zog der Pfarrer der Gemeinde ein.

    Das Beichtigerhaus mit seinem Garten war mit einer hohen Mauer umgeben, die nach der Säkularisation teilweise abgerissen wurde.

    Von 1991 bis 1997 befand sich im Beichtigerhaus das Sekretariat der Stefanus-Ge­meinschaft. Seit 1997 ist das Beichtigerhaus wieder Sitz des jeweiligen Pfarrers von Heiligkreuztal.

  • (11) Josefshäuschen

    Josefshäuschen

    Dem heutigen Josefshäuschen werden recht unterschiedliche ursprüngliche Verwendungsformen nachgesagt. So trug es im Laufe der Zeit die Namen Holzremise und Geschirrhäusle. Auch wurde es, da es eine Heizvorrichtung und einen eigenen Abzug besaß, zum Trocknen von Kräutern verwendet und daher als Darre bezeichnet.

    Erst in den vergangenen Jahren wurde seinem Fristen als Fahrrad- oder Tischtennisschuppen eine Ende bereitet und es kam als Josefshäuschen noch zu späten Ehren. Verschiedene Darstellungen des heiligen Josef laden zum Entzünden einer Kerze, zum Verweilen und zum Gebet ein.

  • (12) Remise

    Remise

    Die Remise der Äbtissin Josepha Maria Holzapfel stammt aus dem 18. Jahrhundert.

    Im vorderen Teil der Remise war der Fuhrpark, die Kutsche der jeweiligen Äbtissin von Heiligkreuztal, untergebracht. Durch die Hintertüre gelangte man in den dazugehörenden Pferdestall, in dem noch bis vor einigen Jahren Ponys die herrschaftlichen Pferde ersetzten und die kleinen Gäste der Bildungsstätte erfreuten.

  • (13) Herrenhaus

    Herrenhaus: Gästehaus für weltliche Besucher Kameralamt (nach Säkularisation)

    Das ehemalige, sehr geräumige Gästehaus des Klosters wird „Herrenhaus“ genannt. Mit seiner Mauerstärke von mehr als einem Meter dürfte es auf die Beginensiedlung im 13. Jahrhundert zurückgehen. Das überwiegend barocke Sichtfachwerkgebäude wurde 1974 saniert.

    Die heute noch vorhandenen Stuckräume dienten für die Unterbringung höherer Gä­ste, wie des Vogts aus Sigmaringen. Hier wurden aber auch sonstige Gäste und Pil­ger untergebracht. Das Gästehaus war mit unbekannten Gemälden eines Johann Baptist Bauer aus Trochtelfingen ausgeschmückt.

    Von 1807 bis 1909 befand sich im „Herrenhaus“ das Königliche Kameralamt Heiligkreuztal, die Vorgängerbehörde des heutigen Finanzamts Riedlingen. Zum Haus gehörte ein eigener Garten mit Brunnen für die Bewohner.

    Zwischen Amtshaus und Herrenhaus lag eine Waschküche. Gewaschen wurde frü­her mit Pottasche und Seife; im Kloster gab es eine eigene Pottaschen- und Seifen­siederei.

    Im Keller des angebauten Wehrturms mit 60 Stufen befanden sich sechs Gefängniszellen, die an die niedere Gerichtsbarkeit des Klosters erinnern.

    Bis zur Eröffnung der Klostergaststätte im Jahr 2006 diente das Herrenhaus als Abendgaststätte für Seminarteilnehmer und Besucher der Bildungsstätte Kloster Heiligkreuztal. Heute befinden sich hier Wohnungen für Mitarbeiter der Stefanus-Gemeinschaft und Gäste.

  • (14) Amtshaus

    Das Amtshaus. Forstamt (nach Säkularisation)

    Das 1431 erwähnte Amtshaus mit seiner Mauerstärke von mehr als einem Meter dürfte auf die Beginensiedlung im 13. Jahrhundert zurückgehen. Bei der Renovie­rung 1987 wurden an seinem westlichen Teil romanische Fensterluken und im Keller ein altes Gewölbe freigelegt. Die Dachform gleicht der des Beichtigerhauses.

    Der jeweilige Amtmann des Klosters, der früher „Hofmeister“ genannt wurde und für die Verwaltung zuständig war, und der Schreiber wohnten im Amtshaus. Es wurde um 1800 „Verwaltereihaus“ genannt.

    Nach der Säkularisation wurden hier verschiedene Behörden untergebracht, nach dem Ersten Weltkrieg diente das Amtshaus vorübergehend als Kriegererholungs­heim.

    Hinter dem Amts- und Herrenhaus lag ursprünglich ein großer Nutzgarten mit Obst und Beeren. Vor den Gebäuden gab es noch, bis zum Erwerb der Klosteranlage durch die Stefanus-Gemeinschaft im Jahr 1972, jeweils zum Haus gehörende Vor­gärten für die Bewohner.

    Das Amtshaus wurde in den Jahren 1973 und 1987 von der Stefanus-Gemeinschaft grundlegend renoviert und beherbergt heute Tagungsräume, eine Küche und meh­rere Gästeappartements.

  • (15) Klosterladen

    's Klosterlädle

    Sie finden bei uns allerhand, was Geist, Seele und Leib erfreut:

    • Heiligkreuztaler Spezialitäten wie unser Klosterwässerle, Holzarbeiten von Peter Hofmann und die Heiligkreuztaler Apostelkreuze.
    • Köstliches aus der Region: Bionudeln aus Altheim und vom Dettlinghof, Schafmilchprodukte von der Alb, Liköre aus Hochdorf, Spezialitäten aus der Beuroner Klostergärtnerei und dem Stift Zwettl.
    • Bücher für Erwachsene und Kinder: zum Selberlesen und Verschenken, Grußkarten, Kalender und CD's.
    • Eine nicht zu unterschätzende antiquarische Bücherecke.
    • Kreuze und Rosenkränze, Armbänder und Anhänger, Engel, Ikonen und Handschmeichler in großer Auswahl.
    • Einen reich bestückten Tisch zum Thema Weihrauch sowie unsere Vitrine mit ausgesuchten Willow Tree Figuren von Enesco.
    • Kerzen zur Taufe, Erstkommunion, Hochzeit und vielen anderen Gelegenheiten.

    Wir freuen uns auf Ihren Besuch und zeigen Ihnen gerne unser Angebot.
    Öffnungszeiten: Mittwoch-Sonntag von 12 bis 18 Uhr
    Telefon: 07371 - 931 23 17
    klosterladen(at)kloster-heiligkreuztal.de

     

    Handlungshaus – Haus Reich

    Seit dem 18. Jahrhundert betrieben hier die aus Mailand/Italien eingewanderten Händler und Kaufleute Giulini und Grasselli („Handels-Compagnie“) ein „Handlungs­haus“. Sie versorgten in den ersten Jahren hauptsächlich das Kloster Heiligkreuztal sowie umliegende Herrschaften unter anderem mit hier fast unbekannten Südfrüchten. Später weiteten sie ihr Angebot aus und belieferten jedermann. Nach 1782 kauften sie das ehemalige Franziskanerinnenkloster in der benachbarten Stadt Ried­lingen und verlegten ihren Hauptsitz dorthin, behielten Heiligkreuztal aber noch lange als Lager bei.

    Nach der Säkularisation 1804 verpachtete der Staat für 100 Gulden im Jahr das „Handlungshäuschen“ samt gewölbtem Keller und dem Recht, den einzigen Kaufla­den im Ort zu betreiben. 1852 wurde es an eine Witwe aus Heiligkreuztal verkauft und war bis vor wenigen Jahren in Privatbesitz. Nach den letzten Besitzern des Hauses, der Familie Reich, wurde das Gebäude „Haus Reich“ benannt.

    Seit 2006 befindet sich hier der „Klosterladen“. Gäste und Besucher finden hier Ansichtskarten, Bücher, Devotionalien, Produkte aus Klöstern und vieles mehr.

  • (16) Klostergaststätte

    Klostergaststätte. Fassremise und Ladehalle

    Das frisch gebraute Bier wurde früher von der Brauerei mit Pferdefuhrwerken, später mit Traktoren und Lkw’s, in sogenannten Bonzen (Transportfässern) zum unterirdi­schen Lagerkeller beim Frauenhäuschen transportiert, wo die Gärbottiche und zahlreiche „gepichte“ Fässer lagerten. Dort befand sich auch der Eiskeller, der im Winter mit Eis aus dem Mühlweiher gefüllt wurde. In einem weiteren Kellerraum war die Abfüllstation für Flaschen und Fässer. Diese wurden zur Auslieferung auf einer Lore, die auf heute noch vorhandenen Schienen lief, ins Freie gefahren.

    Das heutige Gebäude stammt erst aus der nachklösterlichen Zeit und wurde im 19. Jahrhundert über den alten Bierkellern errichtet. Vermutlich ist es mit dem 1855 er­bauten großen Lagerbierkeller, der 800 Eimer Bier fasste, identisch. 1970 endete die etwa 400-jährige Brautradition in Heiligkreuztal.

    Nach einer mehrjährigen Nutzung als Garage durch die Mitarbeiterinnen und Mitar­beiter der Stefanus-Gemeinschaft im Kloster Heiligkreuztal befindet sich seit dem Umbau im Jahre 2005/2006 im alten Bierlagergebäude die Klostergaststätte für bis zu 120 Gäste.

  • (17) Frauenhäuschen

    Frauenhäuschen

    Der genaue ursprüngliche Zweck des wohl aus dem 18. Jahrhundert stammenden Frauenhäuschens auf der Außenmauer im Nordosteck der Klosteranlage ist nicht mehr bekannt. Es gibt dazu zwei Theorien. Die eine, wahrscheinlichere, sieht es als Wachhäuschen an, weil es einen freien Blick auf die vorbeiführende Straße und die klösterliche Feldmarkung bis Andelfingen und Langenenslingen bot. Die andere ver¬mutet es als eines der in den Akten überlieferten "Lusthäuschen" des Klosters, das dem Aufenthalt der Zisterzienserinnen in ihrer Freizeit diente und die Ausschau in Richtung Bussen, den "Heiligen Berg Oberschwabens", ermöglichte.
    Das Frauenhäuschen ist in der Art eines Pavillons gebaut. Das Erdgeschoss ist aus Stein, das Obergeschoss aus Fachwerk.
    Auf jeden Fall wurde das Frauenhäuschen noch von den letzten überlebenden Schwestern nach der Säkularisation genutzt. Im Jahre 1832 verzichteten sie gegenüber dem König von Württemberg auf den weiteren Besitz des Frauenhäuschens, das schon damals diesen Namen trug.
    Auf dem Klostergelände gab es mehrere "Lusthäuser". Im 18. Jahrhundert errichteten die Zwiefalter Klosterbaumeister Martin und Josef Schneider ein "Gartenlusthaus". 1819 verkaufte der Staat zwei alte und vom Einsturz bedrohte "Lusthäuschen" aus Eichenholz im Klosterwäldchen ("Tannengarten") auf den Abbruch. Eines davon hatte zuletzt zur Aufbewahrung von Gartengeräten gedient. 1832 trug das Wäldchen noch den Namen "Lustwäldchen".
    Nach der Renovierung durch die Stefanus-Gemeinschaft wurde das Frauenhäuschen als Aufenthaltsraum für Jugendliche des angrenzenden Zeltplatzes, für Jugendfreizeiten und als Tagungsraum für handwerkliche Kurse verwendet.
    Heute wird das Frauenhäuschen mit der "Veronika-Stube" (Erinnerung an die Äbtis-sin Veronika von Rietheim) als Nebenraum der Klostergaststätte für bis zu 40 Personen genutzt.

  • (18) Innere Klausurmauer

    Klausurmauer

    Die gesamte Klosteranlage ist von einer inneren und der 2 km langen äußeren Klausurmauer umgeben. Diese steht wie die gesamte Anlage unter Denkmalschutz und umschließt ein Areal von 16 ha.

    Innerhalb der inneren Klausurmauer befinden sich alle Gebäude, die zum Kloster Heiligkreuztal gehören. Die äußere Klausurmauer umfriedet landwirtschaftlich genutzte Flächen – Felder, Wiese, Pferdeweide, Obstgarten – und einige Bienenstöcke. Das Gelände wird vom Soppenbach durchflossen, der auch den Mühlenweiher speist und war bis 1836 mit Tannen bestanden.

    Im Kapellengarten genannten Teil stand am heutigen Andelfinger Tor  die 1396 erstmals erwähnte, 1816 abgebrochene St. Nikolauskapelle. Von der inneren Mauer abgetrennt, breitete sich bis an die Gebäude der ehemalige Konvent-Garten aus. Heute stehen hier im sogenannten Herrenhausgarten Schatten spendende Kugelahornbäume. Auf einem anderen Teil wachsen Obstbäume und Beerensträucher.

  • (19) Mühle

    Alte Klostermühle und Pfisterei

    Die erste Mühle mit Pfisterei (Bäckerei) wurde um 1350 erbaut. Schon um 1450 mussten die Untertanen die zwei Mühlen des Klosters in Heiligkreuztal und Andelfin­gen (Mittelmühle) benützen. Die Heiligkreuztaler Mühle hatte ursprünglich nur einen Mahlgang für Getreide und litt unter schlechten Wasserverhältnissen, die keinen ständigen Mühlenbetrieb zuließen. Auf der anderen Seite musste immer wieder mit rasch auftretendem Hochwasser gerechnet werden. Der heutige Mühlgraben war der alte Lauf des Soppenbaches und wurde schon bis zum Jahr 1430 gemauert und ka­nalisiert. Zugleich wurde der Mühlweiher gestaut und mit einer doppelten Staumauer (heute Straße) vom Kloster abgeschirmt.

    Zur Mühle gehörten die schon 1470 genannten Weiher: der obere, der mittlere, der untere und der lange Weiher im Jungholz-Wald – alle mit Zufluss vom Soppenbach.  

    1549 wurde die heutige Mühle und Pfisterei aus Bruchsteinmauer mit Staffelgiebeln und hohem Satteldach errichtet.

    Der Staat verpachtete Mühle und Bäckerei nach der Säkularisation. 1818 hatte die Mühle zwei Mahlgänge und einen Gerbgang, 1842/43 wurde die Mühle mit großem Aufwand in eine „verbesserte Kundenmühle“ (Kunstmühle) umgewandelt.

    Die Mühle ist – mit dem Langen Bau – das letzte große Gebäude der einstigen Klosteranlage, das noch nicht renoviert ist.

  • (20) Brauerei

    Vom Ende des Mittelalters an löste das Bier allmählich den Wein als übliches Ge­tränk ab. Mindestens seit 1550 braute das Kloster Heiligkreuztal durch angestellte Bierbrauer ein leichtes, obergäriges Weißbier und das sogenannte „Kofent-Bier“ (Konvent-Bier). 1609 wurde auf dem Platz der alten Brauerei ein neues Brauereigebäude (heute Haus St. Raphael) errichtet. In dem danebenstehenden Kornhaus be­fand sich der Maischekeller (heutige St. Helena-Kapelle). Daneben stand das „Kühl­haus“, das zur Lagerung des Malzes und als Schnapsbrennerei diente. Das Brauwasser kam aus einem eigenen Schachtbrunnen im Hof und später über Leitungen aus Quellen in den „Faulen Wiesen“. Das frisch gebraute Bier wurde zum Bierkeller (heute Klostergaststätte) transportiert.

    Die Gastwirte in der Klosterherrschaft waren – auch nach dem Übergang an Würt­temberg – in die Klosterbrauerei „gebannt“, das heißt sie mussten bis 1850 dort ihr Bier beziehen. Der Staat wollte die Brauerei immer wieder verkaufen, fand aber kei­nen Interessenten. So wurde die Klosterbrauerei 1882 an Friedrich Essig verpachtet, in dessen Familie das Unternehmen bis zum Jahr 1955 blieb. Nachfolger wurde die Brauerei Sauter aus Uttenweiler. Gebraut wurde in der Regel nur eine Sorte Lager­bier (Tafelbier), ferner gelegentlich Festbier und das etwas stärkere Bockbier. 1970 endete eine etwa 400-jährige Brautradition im Kloster Heiligkreuztal.

    1989 bezogen die „Dominikanische Laiengemeinschaft St. Raphael“ und „Schwestern der heiligen Klara“ das von der Stefanus-Gemeinschaft  neu renovierte Gebäude. Heute befinden sich auch Wohnungen und Gästezimmer im Haus St. Raphael.

  • (21) Kornhaus

    Kornhaus. Museum

    Eines der ältesten Gebäude der Klosteranlage ist das Kornhaus. Die Wandstärke von mehr als einem Meter – vor allem in der heutigen Helena-Kapelle – deutet darauf hin, dass hier eines der Gebäude der Beginen im 13. Jahrhundert stand. Auf diesem Fundament wurde im Jahr 1548 das jetzige Kornhaus mit seinem beeindruckenden Eichenfachwerk erbaut. Die Helenakapelle könnte als Mittelpunkt des Klosters zwi­schen Abtei und Grangie (Gutsform der Zisterzienserinnen) eine Rotunde (Rundbau) gewesen sein.

    Das Kornhaus wurde 1988/89 umgebaut und dient heute unter anderem als Museum. Von 1991 bis 2005 war eine wertvolle Sammlung kunstvoll geschnitzter Ebenholzskulpturen afrikanischer Makonde-Künstler ausgestellt. Heute befinden sich im ersten Stock Tonfiguren des peruanischen Künstlers Raul Castro – die Kindheitsgeschichte Jesu, gelesen mit den Augen des heiligen Josef, und die Gleichnisse Jesu – sowie im zweiten Stock eine Ausstellung mit Holzschnitten von Sr. M. Sigmunda May OFS.

  • (22) Bauhof

    Haus St. Bruno. Bauhof

    Der Bauhof, ein zweigeschossiges, breit gelagertes Satteldachhaus mit Rundbogen­einfahrt, war das Hauptgebäude der Wirtschaftsgebäude des Klosters und einer der ältesten Bauten mit Grundmauern, die in die Zeit um 1200 zurückreichen. Er steht in baulichem Zusammenhang mit dem sogenannten Langen Bau. Das Bauhofgebäude hatte zu Klosterzeiten im Erdgeschoss einen Stall und im Obergeschoss Wohnräu­me. Hier wohnten vermutlich die wenigen Konversenbrüder des Frauenklosters, die als Vollmitglieder des Ordens recht bald führende Positionen im Wirtschaftssystem (Grangie) einnahmen. Nach dem Weggang der Konversen 1369 übernahmen Knech­te und Mägde, auch Pfründner und Leibeigene, ihren Dienst zur unmittelbaren Ver­sorgung des Konvents. Das Bauhoftor führt durch das Bauhofgelände zum Hof öst­lich der Mühle.

    Unter „Grangie“ ist der eingefriedete, also mit Tor und Mauer umgebene Hofbereich und schließlich der gesamte von der Hofanlage aus bewirtschaftete Landkomplex, also der agrarische Großbetrieb samt Feldern und sonstigem Zubehör, zu verstehen. Das Gebäude wurde zu diversen Nutzungen umgebaut.

    Ende 1989, fast über Nacht, begann die Stefanus-Gemeinschaft das Bauhofgebäude in Heiligkreuztal als Übergangswohnheim für 100 Spätaussiedler aus Rumänien und Russland auszubauen. Diesem Zweck diente es von 1990 bis 1995. 1998 wurde das gesamte Bauhofgebäude grundlegend renoviert. Seitdem ist das Haus St. Bruno das Ausbildungszentrum der Ständigen Diakone in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

  • (23) Haberhaus

    Haberhaus

    Angebaut an den Langen Bau ist das Haberhaus, wo Hafer gelagert und verarbeitet wurde. Das Haferstroh galt als gutes Futterstroh und wurde hier eingebracht. Hafer gedeiht gut in höheren Lagen und wurde in Heiligkreuztal vor allem aus Friedingen und Pflummern bezogen.

  • (24) Langer Bau

    Der Lange Bau wurde vermutlich durch den berühmten Vorarlberger Barockbaumei­ster Franz Beer 1650/53 erstellt: Ein großes, barockes Ökonomiegebäude mit 34 lie­genden Ovalfenstern an der Südseite. Es nahm hauptsächlich die Vieh- und Pferde­ställe des Klosters auf. Somit gehörte der Lange Bau zur Grangie des Klosters, zu der auch Küferei, Schreinerei, Schmiede und Ziegelhütte zählten.

    Im Langen Bau befanden sich auch Tenne und Scheuer, Gesindewohnungen und im Bereich des Mittleren Tores die Klostermetzgerei. Letztere wurde nach der Säkulari­sation seit 1807 vom Staat verpachtet. Mit ihr verbunden war bis zum Jahr 1820 das Recht, auf die Schafweide des Klosters in Heiligkreuztal, Andelfingen und Binzwan­gen 30 Schafe auszutreiben. Die Schafweiden wurden dann an die jeweiligen Ge­meinden verkauft.

    1922 kam in den Bereich der früheren Metzgerei eine staatliche Bäckerei, die gegen eine Pacht von 60 Mark bis zum Jahr 1954 von Konrad Guth betrieben wurde. Der große Backsteinbackofen, der aus dem Bräuhaus (Klausurgebäude) stammt, steht heute noch. Auch die Durchreiche im Torbogen zum Verkauf der Backwaren ist gut zu erkennen.

    Viele Jahre wurde der Lange Bau als Unterstand für landwirtschaftliche Geräte und Maschinen genutzt und war bis zum Erwerb durch die Stefanus-Gemeinschaft dem Verfall preisgegeben.

    1988/89 wurde ein Teil des Mittleren Tores renoviert und darin von der Stefanus-Gemeinschaft ein Jugendbereich mit Küche, Aufenthaltsraum und Schlafzimmern eingerichtet. Weiter nutzt die Bildungsstätte Teile davon als Werkstatt, Fahrradraum, Wertstofflager und als Garage für Traktoren und Geräte.


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