Jahresleitwort

Fried ist allweg in Gott.

Bruder Klaus

Jahresleitwort 2017/2018


Worte zum Jahresleitwort von Pfarrer Heinrich-Maria Burkard:

Am 4. Dezember 1482 schreibt Bruder Klaus an den Rat von Bern einen Brief, um sich für die großzügige Spende von 40 Pfund für die von ihm initiierten Kapellenstiftung der Ranftkapelle zu bedanken. Sicher wusste der Eremit um die massiven Irritationen, die der apostolischen Abbreviator Nicolao Garriliati im Berner Rat ausgelöst hatte. Um an die Pfründe des Priorats Rüeggisberg heranzukommen, verbreitete dieser als Druckmittel das Gerücht, dass der frühere Schultheiß Adrian von Bubenberg (*um 1434 als Freiherr von Spiez) – einer der größten Förderer von Bruder Klaus –  noch vor seinem Tod im August 1479 exkommuniziert worden sei und deshalb sein Leichnam exhumiert werden müsse. Garrilati bekam zwar das Priorat Rüeggisberg, doch der Leichnam wurde nicht exhumiert. Adrian von Bubenberg hatte sich wie Bruder Klaus in besonderer Weise für den Frieden eingesetzt. Er unternahm eine Pilgerreise ins Heilige Land und wurde dort 1466 Ritter vom Heiligen Grab. 1475 stemmte er sich  gegen ein Bündnis Berns mit dem französischen König gegen den Herzog von Burgund, Karl den Kühnen und  wurde deswegen aus dem Rat ausgestoßen.

Bruder Klaus schreibt in diesem Brief:
„Gehorsam ist die grösste Ehre, die es im Himmel und auf dem Erdenreich gibt. Darum schaut, dass Ihr einander gehorsam seid  und euch die die Weisheit das Allerliebste sei, dann werden alle Dinge zum Besten hin angefacht. „Frid ist allwegen in got!“ – Fried ist allweg in Gott –, denn Gott ist der Friede. Der Friede mag nicht vernichtet werden, Unfriede aber wird zerstört. Darum schaut, dass Ihr immer auf den Frieden hin ausgerichtet seid, Witwen und Waisen beschirmt, wie Ihr es bisher getan habt. Und wessen Glück sich auf dem Erdenreich vermehrt, der soll dafür Gott gegenüber dankbar sein. Und so mehrt es sich auch im Himmel." (eigene Transkription).

Im Bruder Klaus Jubiläumsjahr ist dieser Leitspruch „Fried ist allweg in Gott“ – diesem Brief an der Stadtrat von Bern entnommen – eine Einladung, danach zu fragen, was heute zutiefst dem Frieden dient: Sowohl dem Frieden im eigenen Herzen, wie auch dem Frieden auf gesellschaftlicher und politischer Ebene. Nach Bruder Klaus ist der Gehorsam die erste Voraussetzung dafür: Dazu gehört es zuerst zuhören, den andern verstehen wollen und, wenn es sein muss, sich ihm unterzustellen („understand“) – vorausgesetzt, es geht um Zugewinn an Weisheit und nicht um „Besser-Wissen“, denn Weisheit ist mehr als bloßes Wissen. „Understand“ – sich unterstellen – ist mehr als bloßes „Know How“. Schließlich zeigt sich der Friede im Engagement für die sozial Schwachen und Bedürftigen (zurzeit von Bruder Klaus: Witwen und Waisen).

Der Leitsprich „Fried ist allweg in Gott“ regt so auch dazu an, die Grundausrichtung der Stefanus-Gemeinschaft: „Glaube – Wissen – Reden in freundschaftlicher Beziehung“ auf dem Hintergrund des Friedens neu zu betrachten.

Visionenweg

Zum Anfang der Seite