Christliches Engagement in Kirche und Welt

"Wir glauben, darum reden wir" (2 Kor 4,13)

Junge Katholiken wollten sich in den unterschiedlichsten kirchlichen und politischen Gruppierungen aktiv für ihren Glauben einsetzen. Sie waren der Auffassung, dass es Aufgabe der Christen sei, Kirche und Welt mitzugestalten, für die Vermittlung christlicher Werte einzutreten und nicht alles wortlos hinzunehmen.

Fünfzehn Jahre vor dem Konzil entstand somit eine Gemeinschaft, die damals bereits manches von dem erkannte und zu verwirklichen versuchte, was später in den Dokumenten des Zweiten Vatikanums niedergeschrieben wurde.

Die Frauen und Männer der 70 Stefanuskreise, die es in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz gibt, treffen sich ungefähr zehn Mal im Jahr, um sich anhand von Vorträgen, Diskussionen und gemeinsamen Gesprächen weiterzubilden und die Freundschaft untereinander zu pflegen. Das, was die Stefanusfreunde in Ihren Kreisen erlernen, erleben und erfahren, geben sie nach außen weiter und wenden es in den Verbänden, Organisationen und Gremien an, in denen sie vertreten sind, ob im politischen, sozialen oder kirchlichen Breich. Überall dort, wo es heute wichtig ist, christliche Werte zu vertreten und zu verteidigen, ist der Platz der Stefanusfreunde. Sie sind aufgefordert, aufzustehen, mitzureden, diese Welt als Geschöpfe Gottes verantwortungsvoll zu gestalten, im Staat die Rechte aller Menschen zur Geltung zu bringen, in der Kirche ihren Auftrag als >> Gottes Volk auf dem Weg << wahrzunehmen.

Die Bildungsarbeit in der Stefanus-Gemeinschaft geschieht im Freundeskreis. Dies unterscheidet die Gemeinschaft grundlegend von anderen Bildungseinrichtungen.

In der Stefanus-Gemeinschaft sind folgende Schwerpunkte wichtig:

Glauben

Grundlage des Wirkens und Handelns der Stefanusfreunde ist der gelebte Glaube. Das Grundwissen und der eigene feste Standpunkt in Glaubensfragen sind daher vorrangige Bildungsziele für den Stefanusfreund. Dabei orientiert sich die Gemeinschaft an der Lehre der Kirche.

Wissen

Wer Welt und Kirche aktiv mitgestalten will, muss sich informieren und weiterbilden. Nur das ständige Bemühen um die Erweiterung des eigenen Horizontes ermöglicht aktives Engagement in Welt und Kirche. Denn nur der, der Zusammenhänge durchschaut und versteht, wird angehört, wird ernstgenommen und kann etwas verändern.


Reden

Um etwas zu ändern, mitzugestalten und mitzureden, muss der Stefanusfreund hinausgehen zu den Menschen. Seine Überzeugung, sein Wissen und sein Glaube braucht die Sprache, um etwas bewirken zu können. In speziellen Rhetorikschulungen wird den Stefanusfreunden daher die Fähigkeit vermittelt, wirkungsvoll zu sprechen, zu argumentieren, zu diskutieren.

Freundschaft

Die Freundesidee, abgeleitet von der christlichen Bruderliebe, ist das tragende Element der Stefanus-Gemeinschaft. Wenn diese Freundschaft im Kreis grundgelegt ist, kann daraus Kraft, Begeisterung und Freude für den Dienst in der Welt wachsen und die Bildungsarbeit auf ein starkes Fundament aufgebaut werden.


Die Stefanus-Gemeinschaft wurde von Alfred Lange (1910-1971) im Jahre 1948 als eine Bildungs- und Freundesgemeinschaft gegründet. Alfred Lange und seine Freunde gaben damit Antwort auf die Zeichen ihrer Zeit.

Unser Bild zeigt ein Gemälde von Alfred Lange, dem Gründer der Stefanus-Gemeinschaft.


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